Reizende Leute

Die peinliche, in jeder Hinsicht bläuliche Belästigung von Menschen, die nur einen unterhaltsamen Nachmittag erleben wollten und sich dafür – aus welchen Gründen auch immer – ausgerechnet das Tegeler Hafenfest ausgesucht hatten, konnte durch die Reinickendorfer Zivilgesellschaft natürlich nicht unbeantwortet bleiben. Die Mitglieder von Reinickendorf gegen Rechts machten die Besucher:innen darauf aufmerksam, dass gemütvolles und bierseliges Getue nicht über die menschenfeindliche Ideologie des immergleichen Personals mit seiner immergleichen öden, geisttötenden Ansprache hinwegtäuschen kann.

Reinickendorf mag nach Berliner Maßstäben provinziell sein, aber seine Einwohner:innen haben trotzdem etwas besseres verdient, als den Zusammenschluß gescheiterter Existenzen, die nicht mal mehr für örtliche CDU tragbar waren.

Reinickendorf gegen Rechts belegt einmal mehr, dass geografische Randständigkeit kein Schicksal ist; Teil der Moderne zu sein, ist eine Entscheidung, die jede und jeder Bürger:in des Bezirks für sich treffen muss. Nicht zuletzt mit dem Wahlzettel am 20.September: der Herdentrieb mag menschlich sein – zwangsläufig ist er nicht.